Endlich war es wieder soweit, gestern trafen sich die Athleten von Siemens in Korea zum alle 2 Jahre stattfindenden Siemens Sportsday.
Ein sportliches Kräftemessen der Teams "Heart", "Love", "Happy" und "Hope" war angesagt, ganz nach dem Motto "Togehter in Harmony". Folgende verheißungsvolle Aufgaben warteten auf die Athleten: "Kokzijum Dance", "Cavalary Battle Game", "Succesive Ball Receiving", "Poppoing a Foot-Balloon", "Strategic Tug-of-War", "Match-up Game", "Taking up Tails" und zum Abschluss noch eine "Relay".
Tobi und ich waren ja von unseren Erlebnissen im letzten Oktober (A&D Workshop) vorgewarnt aber für Alex war alles neu und es war mal wieder wie immer unglaublich. Zu Beginn eher unglaublich langweilig ... Die Ansprache unseres CEOs wurde von der HR Chef übernommen da der Herr CEO überraschend noch etwas für seine Dienstreise vorbereiten musste. Die Rede war dann doch ganze 2 Sätze lang und schon wurde der verrückte Moderator des Tages vorgestellt. Es wurde zwar eine Übersetzung von koreanisch nach englisch angekündigt, aber ich hab diese nicht wahrgenommen. Somit waren die Kollegen Langnasen dann immer alle etwas verwirrt, denn wir verstanden ja nichts. Keine Witze, keine Regeln, kein Programm also war Hinterherlaufen und Kelli um Übersetzungen bitte angesagt.
Im ersten Wettkampf, dem "Kokzijum Dance" hab ich dann auch gleich mal das ganz große Los gezogen und durfte das Team "Heart" auf der Bühne vertreten. Cheerleader waren natürlich auch da, die versuchten uns ne kurze Coeographie beizubringen und diese durfte ich dann zum besten Geben (wohlgemerkt vor ca. 500 Teilnehmern). Egal 3 Minuten zum Affen gemacht und einen Essensgutschein im Wert von 100.000 Won für Renaissance Hotel gewonnen.
Eskaliert wäre es dann beinahe im "Cavalry Battle Game". § Männer sollten immer eine Frau tragen, diese hatte einen Hut auf dem Kopf und musste diesen verteidigen und gleichzeitig versuchen, den Damen des anderen Mannschaft deren Hut zu klauen. Alex, Tobi und ich haben uns ein Mädel geschnappt und uns war klar, dass wir eine eigene Taktik entwickeln. Also kam das Mädel auf meine Schultern und Tobi und Alex sind einfach neben her gerannt. Anpfiff und schon ging’s los. Wir mit Vollgas auf die Gegner zu, natürlich laut schreiend, Tobi steigt in die Luft und schnappt sich den Hut einer Gegnerin - DISQUALIFIKATION - und warum, die koreanischen Regeln besagen, die Männer dürfen die Hände nicht benutzen. UND WARUM GABS DIE REGELN NICHT AUF ENGLISCH?? - DIE REGLEN KENNT DOCH JEDER!!
Egal, das nächste Spiel ging klar an uns - Tischtennisbälle mit einem Esslöffel weiter geben. Ich sag mal wir waren das einzige Team, das nicht gemogelt hat. ;-)
Popping a Foot Balloon, das hatten wir schon gewonnen bevor es losging. Denn einige der Gegner erinnerten sich an unsere Performance am A&D Workshop und hatten so was wie Angst vor uns. Es ging halt wieder genau so ab wie damals, erst dem Gegner die Brille von der Nase reißen und dann dem blinden Gegenspieler den Ball zertreten. Klarer Sieger nach 2 Runden war das Team "HEART". Tauziehen ging auch klar an uns, denn wir waren halt immer als erstes am Seil und hatten schon die ersten Meter gemacht bevor die anderen kamen.
Das Match up Game war recht witzig. Männer und Frauen eines Team wurden getrennt. Die Männer mussten sich ineinander verhaken und auf den Boden setzen. Die Frauen eines anderen Teams versuchten dann einen der Männer aus der Formation zu reißen. Regeln: keine Regeln, alles erlaubt. Uns hat sich keine anfassen trauen und gewonnen haben wir auch wieder.
So gewannen wir dann die Spiele und standen im Grunde schon vor der abschließenden Laufstaffel als Sieger fest. Diese dominierte das Team "Heart" auch obwohl unsere Startläuferin schon wieder ansatzweise in der Zeit zurück reiste. Alex (Praktikantin beim Medical) konnte uns aber recht schnell von Platz 4 auf Platz 1 vor bringen. Die dritte Läuferin war dann wieder nicht sooo stark und kam als 3. in die Wechselzone und übergab an Alex. Der schoss los, zog sich in der Kurve nen Muskelfaserriss zu, kam aber trotzdem noch als 2. an und übergab an Kelli. Die war dann mal richtig flott und konnte die Lücke zu dem an Platz 1 liegenden Team fast schließen. Mit recht dünnem Rückstand übergab sie an die Maschine Tobi, der 5 Schritte brauchte um uns an Platz 1 vorzukatapultieren. Nach der Kurve legte er dann noch einen Zahn zu und schwub die wub schon wieder gewonnen.
Es ist ja nicht so als hätte ich nicht mitlaufen wollen. Auf dem Weg zum Start waren da auf einmal ein paar Koreaner aus unserem Team, die sich den ganzen Tag nicht haben blicken lassen. Einer von ihnen schon recht alt und nicht gerade mit einer sportlichen Figur ausgestattet. Tobi fragte ihn "are you good at running?" worauf er siegessicher antwortete "No! But I want to participate!" Ok ok ok, dann setz ich aus, denn dabei sein ist alles und wenn Du nach 4 Pitchern Bier noch rennen kannst und willst, dann bitte. Hat aber dann doch noch gereicht, was wahrscheinlich auch daran lag, dass die anderen ähnlich viele Pitcher intus hatten.
Tobi wurde dann noch als MVP des Fußballturniers ausgezeichnet und erhielt ein nettes Sümmchen und einen schmucken Pokal. Das Team "Heart" erhielt eine Thermoskanne als Sieger und natürlich Ruhm Ehre und Anerkennung.
Leider ist das mit dem Muskelfaserriss beim Alex kein Spaß. Wir waren gestern noch im Krankenhaus. Dort wurden wir mit einem koreanischen Rettungswagen hingefahren. Steril war in dem Wagen mal gar nichts und der Fahrer war entweder betrunken und träumte er sei im Autoskooter. Ich war auf jeden Fall froh als wir im Krankenhaus waren.
Jetzt müssen wir mal schauen wie wir den Alex wieder fit kriegen. Berichte folgen! (und Bilder aus dem Notarztwagen auch ;-))